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Veranstaltungsrückblick

2.11.2015 – Grundgelegt – 25 Jahre kommunale Selbstverwaltung in Sachsen

Foto der Veranstaltung

»Auch heute noch wird in den Kommunen die Grundlage für die Demokratie geschaffen. Dabei sollten Mut und Einsatz von damals Vorbild für die Kommunalpolitiker von heute sein.« Ministerpräsident Stanislaw Tillich
(© Sächsische Staatskanzlei)

Ministerpräsident Stanislaw Tillich dankte am 2. November im Rahmen eines Empfangs den Kommunalpolitikern der ersten Stunde für ihr mutiges Engagement beim Aufbau der Demokratie im Freistaat Sachsen: »Als Baumeister haben die Kommunalpolitiker nach der Friedlichen Revolution in unseren Städten und Dörfern den Grund gelegt für unsere sächsische Demokratie. Engagierte Bürger wollten selbstbestimmt gestalten, wie sich ihre Gemeinden entwickeln sollen. Der Staat – das waren alle Bürger, die sich einmischen und mitgestalten wollten«, erklärte Tillich im Dresdner Albertinum. Auch der Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, Stefan Skora, hob die Lebensleistung der damaligen Kommunalpolitiker hervor, »die Städte und Gemeinden in die Spur bekommen« zu haben. Der Festredner, Arnold Vaatz, erinnerte, dass es sich bei der Friedlichen Revolution um die einzige Revolution in der europäischen Geschichte handele, die erfolgreich und unblutig verlaufen sei. »Ausgerechnet wir waren dabei.«

Die Kommunen waren Ausgangspunkt für die Entmachtung der SED und den Aufbau des Freistaats Sachsen nach der Wiedervereinigung. In den Jahren der Friedlichen Revolution bildeten sich zahlreiche Runde Tische und Bürgerbewegungen. Bereits am 1. April 1990 gründeten engagierte Bürger sowie alte und neue Kommunalpolitiker den Sächsischen Städte- und Gemeindebund. Mandats- und Amtsträger kamen damals aus der Mitte der Bevölkerung, waren zum Großteil hoch ambitionierte politische Neulinge.

15. – 19.09.2015 – 4. Sächsisches Geschichts-Camp

Foto von Schülern, die ein Spiel spielen. Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Schüler spielen das Spiel »Bürokratopoly« des Erfinders und Zeitzeugen Dr. Martin Böttger, auch im Bild zu sehen, der von der Stasi observiert wurde.
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Foto von Schülern, die ein Spiel spielen. Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus Foto von Zeitzeugenbefragung. Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus Foto von Exkursion zum Deutsch-deutschen Museum Mödlareuth. Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus

In Plauen befassten sich 46 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des 4. Sächsischen Geschichts-Camps des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus mit der Geschichte der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die 9.- bis 13.-Klässler setzten sich unter dem Motto »Halt – Grenzposten – Stehenbleiben oder ich schieße!  25 Jahre Deutsche Einheit – Leben an und mit der Grenze« fünf Tage lang intensiv mit der DDR und dem Herbst ’89 in Plauen/Vogtland auseinander.

Veranstalter des 4. Sächsischen Geschichtscamp war das Kultusministerium in Kooperation mit der Außenstelle Chemnitz des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.

16.09.2015 – »Sprengsatz Literatur«: Lesung mit Diskussion

Die Geschäftsführerin des Sächsischen Literaturrates, Dr. Sibille Tröml, begrüßt die Autoren und die Gäste der dritten Dichterlesung »Literatur als Sprengsatz« in der Vogtlandbibliothek Plauen. Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Die Geschäftsführerin des Sächsischen Literaturrates, Dr. Sibille Tröml, begrüßt die Autoren und die Gäste der dritten Dichterlesung »Literatur als Sprengsatz« in der Vogtlandbibliothek Plauen.
(© Sächsische Staatskanzlei)

Die Geschäftsführerin des Sächsischen Literaturrates, Dr. Sibille Tröml, begrüßt die Autoren und die Gäste der dritten Dichterlesung »Literatur als Sprengsatz« in der Vogtlandbibliothek Plauen. Landolf Scherzer trug Passagen aus seinem Roman »Der Erste« vor, der 1988 in der DDR erschien. Saskia Fischer las aus ihrem 2012 erschienen Roman »Ostergewitter«. Sie erhielt dafür in diesem Jahr den Kammweg-Literaturpreis des Kulturraums Erzgebirge-Mittelsachsen. Axel Reitel las Geschichten und Begebenheiten aus seiner Heimatstadt Plauen (»Zeitalter der Fische«), zu der er in einem spannungsreichen Verhältnis steht.

Gemeinsam mit dem Sächsischen Literaturrat hat die Sächsische Staatskanzlei drei Lesungen mit Schriftstellern in Dresden, Leipzig und Plauen organisiert. Am 16. September fand die letzte Lesung mit den Schriftstellern Landolf Scherzer, Saskia Fischer und Axel Reitel in der Vogtlandbibliothek statt. Die Diskussion mit den drei Autoren wurde moderiert von Utz Rachowski. Auch wenn alle Beteiligten in der DDR aufgewachsen sind, so sind doch ihre Biographien und Bewertungen dieser Zeit sehr verschieden. Landolf Scherzer blieb bewusst in der DDR, um dort als Schriftsteller etwas zu verändern. Als in Deutschland die Mauer fiel, war er unterwegs in der Sowjetunion, auf der Suche nach einem besseren Sozialismus. Saskia Fischer, die 1986 mit ihrer Familie nach Nordrhein-Westfalen übersiedelte, beschreibt in ihrem Buch die Trostlosigkeit des Alltags in der DDR. Dies tut sie dermaßen sarkastisch, dass nicht jeder, der in der DDR aufwuchs, sich in der Beschreibung wiederfindet. Das Buch regt zum Widerspruch an, wie auch Axel Reitel, der schon als Jugendlicher von der Staatssicherheit verfolgt und von der Bundesrepublik 1981 aus dem Gefängnis freigekauft wurde.

11.09.2015 – Jubiläumsveranstaltung »25 Jahre Nationalpark Sächsische Schweiz«

Podiumsdiskussion während der Jubiläumsveranstaltung zum Wegekonzept im Nationalpark Sächsische Schweiz, das im Jahr 2000 von einer Arbeitsgruppe aus Wander- und Bergsport-, Tourismus- und Naturschutzverbänden sowie den Gemeinden beschlossen wurde. Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Podiumsdiskussion während der Jubiläumsveranstaltung zum Wegekonzept im Nationalpark Sächsische Schweiz, das im Jahr 2000 von einer Arbeitsgruppe aus Wander- und Bergsport-, Tourismus- und Naturschutzverbänden sowie den Gemeinden beschlossen wurde.
(© Archiv Nationalparkverwaltung, Marko Förster)

Podiumsdiskussion während der Jubiläumsveranstaltung zum Wegekonzept im Nationalpark Sächsische Schweiz, das im Jahr 2000 von einer Arbeitsgruppe aus Wander- und Bergsport-, Tourismus- und Naturschutzverbänden sowie den Gemeinden beschlossen wurde. Foto einer Podiumsdiskussion.

In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Tier- und Pflanzenwelt im einzigen Nationalpark Sachsens hervorragend entwickelt. »Wir können stolz darauf sein, was wir seit 1990 im Nationalpark Sächsische Schweiz erreicht haben«, sagte Umweltminister Thomas Schmidt bei der Jubiläumsveranstaltung zu 25 Jahren Nationalpark am 11. September 2015 in Sebnitz.

»Heute ist der Nationalpark ein wahrer Besuchermagnet. Drei Millionen Besucher jährlich sind der Beleg dafür, dass sich Naturschutz und Tourismus nicht ausschließen. Der Freistaat wird sich auch in Zukunft für den Erhalt der wertvollen Natur einsetzen. Lassen Sie uns weiter gemeinsam daran arbeiten, diese einzigartige Landschaft den heutigen und den künftigen Generationen unbeschadet zu bewahren,« sagte Umweltminister Thomas Schmidt.

In der 25-jährigen Geschichte des Nationalparks Sächsische Schweiz hat die Beteiligung der örtlichen Bevölkerung und der Wander- und Bergsportverbände eine wesentliche Bedeutung. Seine Gründung wurde von Bürgerinitiativen begleitet, die forderten, dass die Sächsische Schweiz als Gesamtlandschaft geschützt bleiben soll. Auch beim Wegekonzept aus dem Jahr 2000 wirkte eine Arbeitsgruppe aus Wander- und  Bergsport-, Tourismus- und Naturschutzverbänden sowie den Gemeinden zusammen. Wesentliches Element ist die Anerkennung  der Notwendigkeit, dass es in Sachsens einzigem Nationalpark neben dem engmaschigen Netz der Wanderwege und -pfade auch vom Menschen nicht berührte Gebiete als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt geben muss. Der Minister bekräftigte das mittelfristige Ziel, die Waldpflegemaßnahmen auf Dreiviertel der Nationalparkfläche bis 2030 einzustellen.

19.08.2015 – Pressefahrt »Blühende Landschaften?«

Foto: In solchen Säureharzteichen wurden zu DDR-Zeiten Produktionsabfälle aus der Altölaufbereitung abgelagert. Rund 64.000 Tonnen mussten allein in Mittelbach entsorgt werden. Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

In solchen Säureharzteichen wurden zu DDR-Zeiten Produktionsabfälle aus der Altölaufbereitung abgelagert. Rund 64.000 Tonnen mussten allein in Mittelbach entsorgt werden.
(© baufeld)

Foto: In solchen Säureharzteichen wurden zu DDR-Zeiten Produktionsabfälle aus der Altölaufbereitung abgelagert. Rund 64.000 Tonnen mussten allein in Mittelbach entsorgt werden. Foto: Solarfeld und Grundwasserreinigungsanlage auf dem Gelände des ehemaligen Chemiehandels Chemnitz. Mit einer speziellen für den Standort entwickelten Technologie werden aus dem Boden ausgewaschene Schadstoffe aus dem Grundwasser entfernt. Dr. Ditmar Gruß, Geschäftsführer der Baufeld-Mineralölraffinerie GmbH in Klaffenbach bei Chemnitz, erläutert Staatsminister Thomas Schmidt die geplante Sanierung des Werksgeländes.

Sachsen übernahm am 3. Oktober 1990 ein schweres Erbe. Haus- und Industriemüll war in der DDR unkontrolliert entsorgt worden, Gewässer und Böden waren belastet. Seit der Wiedervereinigung vor 25 Jahren hat sich viel auf dem Gebiet der Umwelt getan. Sachsen unternimmt große Anstrengungen gegen Gefahren, die von Industriestandorten und ehemaligen Müllablagerungen ausgehen. Am 19. August 2015 besuchte Umweltminister Thomas Schmidt mehrere Standorte in Chemnitz, an denen die Sanierung von Altlastenstandorten bereits fortgeschritten ist.

»Die Sanierung von Umweltaltlasten wird Sachsen auch in den kommenden Jahren weiter stark beschäftigen«, so Schmidt. »Dennoch können wir schon heute stolz auf das Geleistete sein. 750 Millionen Euro an staatlichen Geldern sind seit 1991 in die Sanierung von Altlasten geflossen. Rund 9 000 Hektar früher kontaminierte Flächen wurden saniert«.

22.10.2014 - »Sprengsatz Literatur«: Lesung mit Diskussion

Dr. Monika Zimmermann (r.), begrüßt die Gäste der Dichterlesung. In der ersten Reihe sitzen die Autoren (v.l.n.r.): Hans Joachim Schädlich, Susanne Schädlich, Utz Rachowski, Peggy Mädler und Arnold Vaatz, MdB Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Dr. Monika Zimmermann (r.), begrüßt die Gäste der Dichterlesung. In der ersten Reihe sitzen die Autoren (v.l.n.r.): Hans Joachim Schädlich, Susanne Schädlich, Utz Rachowski, Peggy Mädler und Arnold Vaatz, MdB
(© Henry Krause)

Dr. Monika Zimmermann (r.), begrüßt die Gäste der Dichterlesung. In der ersten Reihe sitzen die Autoren (v.l.n.r.): Hans Joachim Schädlich, Susanne Schädlich, Utz Rachowski, Peggy Mädler und Arnold Vaatz, MdB Lesung aus der »Legende vom Glück des Menschen« von Peggy Mädler. Sie stammt aus Dresden, lebt und arbeitet heute in Berlin. Susanne Schädlich ist die Tochter von Hans Joachim Schädlich. In mehreren Büchern setzt sie sich mit der jüngeren Vergangenheit auseinander. Sie las aus ihrem Roman »Herr Hübner und die sibirische Nachtigall«. Utz Rachowski stammt aus Reichenbach. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er auch in der Opferberatung tätig. »Totalitäre Herrschaft ist Gangstertum«, meint Hans Joachim Schädlich. Diese These hat er in seinem Buch »Trivialroman« erzählerisch untermauert. »Ich gehöre nicht zur DDR-Literatur.« Hans Joachim Schädlich (l.) in der von Arnold Vaatz (r.) moderierten Gesprächsrunde mit Susanne Schädlich (Mitte). Diskussion über die Rolle der Schriftsteller in Ost und West. V.l.n.r.: Susanne Schädlich, Arnold Vaatz, MdB und Utz Rachowski.

Die Friedliche Revolution fand zwar auf der Straße statt, doch auch zahlreiche Schriftsteller nahmen am Geschehen teil. Bereits zuvor hatten viele von ihnen die Spielräume ausgelotet. Manche kamen dafür ins Gefängnis oder mussten die DDR verlassen. Andere passten sich an und verschafften dem Regime Legitimität. Bis heute spiegelt sich die Revolution und der darauf folgende Umbruchprozess in literarischen Texten wider. Um darüber zu diskutieren, lud die Staatskanzlei am 22. Oktober 2014 gemeinsam mit den Kooperationspartnern, dem Sächsischen Literaturrat und der Gedenkstätte Bautzner Straße, zur Veranstaltung »Literatur als Sprengsatz – 25 Jahre nach der Revolution« in die Gedenkstätte ein.

Peggy Mädler, Susanne Schädlich, Utz Rachowski und Hans Joachim Schädlich lasen dabei aus ihren Werken. Zur Sprache kamen völlig unterschiedliche Aspekte des Lebens in einer Diktatur, aber auch der Friedlichen Revolution und ihrer Folgen für die Menschen. In der von Arnold Vaatz moderierten Gesprächsrunde diskutierten die Autoren zum Beispiel über das Verhalten von Schriftstellern angesichts der Machtverhältnisse in der DDR. Eine These aus der Diskussion dazu: In Ost und West habe es eine Tendenz gegeben, die DDR schön zu reden. Heute komme es vor allem darauf an, Geschichten zu erzählen – sie sich aber zuvor auch erzählen zu lassen, wie Peggy Mädler in der Abschlussrunde betonte.

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Quelle: dpa/Frank Kleefeldt

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