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Sachsen: Kernland der Friedlichen Revolution

18.12.1989 in Leipzig: Bei einer Montagsdemo trafen sich Hunderttausende Bürger zu einem Schweigemarsch durch die Leipziger Innenstadt.

18.12.1989 in Leipzig: Bei einer Montagsdemo trafen sich Hunderttausende Bürger zu einem Schweigemarsch durch die Leipziger Innenstadt.
(© Bundesarchiv/Friedrich Gahlbeck)

Die Friedliche Revolution

Die Friedliche Revolution vor 25 Jahren ist ein historischer Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit. Im Herbst 1989 kam es zu Massendemonstrationen und Protesten der DDR-Bürgerinnen und -Bürger für mehr Freiheit und Demokratie. Zentrum der Proteste war zunächst sächsische Orte, später weiteten sie sich auch in andere Städte aus - beispielsweise in Halle oder Potsdam. Schon bald wurden die regelmäßig stattfindenden Proteste unter dem Schlagwort der »Montagsdemonstrationen« bekannt. Mit Parolen wie »Wir sind das Volk«, »Auf die Straße!« oder »Keine Gewalt!« protestierten Hunderttausende auf friedlichem Wege gegen die unterdrückenden politischen Verhältnisse. Schließlich führte diese Entwicklung zur Maueröffnung und zum Sturz des SED-Regimes. Damit war der Weg zur deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 geebnet. Die Menschen in den damaligen Bezirken Leipzig, Dresden und Karl-Marx-Stadt hatten einen großen Anteil daran. Ohne die Ereignisse in Plauen, Dresden, Leipzig und anderen sächsischen Städten und Gemeinden wäre der Weg zur Deutschen Einheit letztendlich nicht möglich gewesen.

Freistaat der Freiheit: Ereignisse in Sachsen

Auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen lagen die entscheidenden Zentren der Friedlichen Revolution. Der Ursprung der Protestbewegung lag im Umfeld der Leipziger Nikolaikirche, in der sich ab September 1989 Menschen nach dem Friedensgebet versammelten. Trotz der Angst vor einem gewalttätigen Einschreiten der Sicherheitsorgane und möglicher Restriktionen, kamen zunehmend mehr Personen zu den Demonstrationen. Am 7. Oktober 1989 versammelten sich 10.000 bis 20.000 Menschen in Plauen. Die erste Massendemonstration fand am 9. Oktober 1989 in Leipzig statt. Am 16. Oktober versammelten sich bereits 120.000 Menschen in der Stadt, ihren Höhepunkt erreichten die Montagsdemonstrationen kurz darauf mit über 300.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 
Politische Kräfte wie die »Gruppe der 20« sicherten die Erfolge der Friedlichen Revolution und prägten nachhaltig die Entwicklung des Freistaates Sachsen. Die Gruppe war ein Zusammenschluss neuer politischer Kräfte, die maßgeblichen Einfluss auf den friedlichen Verlauf der Ereignisse 1989 hatten. Die Gruppe mit Ursprung in Dresden beteiligte sich nicht nur an der Protestbewegung, einige Mitglieder hatten darüber hinaus großen Anteil an der Ausarbeitung eines Verfassungsentwurfs und der Neugründung des Freistaates Sachsen.
Hauptforderung der Bewegung war zunächst die Reformierung der DDR. Ab November 1989 verlangten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Massenkundgebungen die Wiedervereinigung und die Wiederherstellung des Landes Sachsen. Fast 38 Jahre nach der Aufteilung des Landes in 14 Bezirke (23. Juli 1952) beendete die von der Friedlichen Revolution angestoßene Wiedervereinigung die Existenz der DDR und begründete den Freistaat Sachsen neu. In der Präambel der sächsischen Verfassung lässt sich erkennen, dass der Freistaat entscheidend von der Friedlichen Revolution geprägt wurde: »Anknüpfend an die Geschichte der Mark Meißen, des sächsischen Staates und des niederschlesischen Gebietes, [...] ausgehend von den leidvollen Erfahrungen nationalsozialistischer und kommunistischer Gewaltherrschaft, [...] hat sich das Volk im Freistaat Sachsen dank der friedlichen Revolution des Oktober 1989 diese Verfassung gegeben. «
Viele Menschen erlebten die bewegenden Herbstereignisse als Aufbruch und Selbstbefreiung. Dass eine bewaffnete Diktatur mit friedlichen Mitteln beseitigt werden kann, wirkt weit über den Herbst '89 hinaus. Freies Denken und Handeln konnten sich wieder entfalten.

Friedliche Revolution oder »Wende«

Auch nach 25 Jahren hat sich keine einheitliche Bezeichnung für den Sturz der SED-Diktatur durchgesetzt. Die Ereignisse, die zum Ende der DDR führten lassen sich zweifellos als »revolutionär« bezeichnen. Allerdings zeichnet sich der Herbst 1989 durch Gewaltlosigkeit aus, daher die Bezeichnung der »Friedlichen Revolution«. Die Spontaneität der Demonstrationsbewegung und der maßgebliche Einfluss kirchlicher Gruppen bewahrte die Revolution in vielen Situationen vor einer gewalttätigen Eskalation. Der Begriff der »Wende« wurde dagegen von einem Vertreter des alten Regimes, Egon Krenz geprägt, der am 18. Oktober 1989 verkündete: »Mit der heutigen Tagung werden wir eine Wende einleiten, werden wir vor allem die politische und ideologische Offensive wieder erlangen«.

Interview: Die SED als Religionsgemeinschaft: Ilko Sascha-Kowalczuk über das Ende der DDR

© FriedlicheRevolution.de


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Quelle: dpa/Frank Kleefeldt

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